Deutsche Doggen

Die Deutsche Dogge ist eine der größten Hunderassen; die FCI gibt eine Mindestgröße von 80 cm bei Rüden und 72 cm bei Hündinnen an.

„Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung bei einem großen, kräftigen und wohlgefügten Körperbau, Stolz, Kraft und Eleganz. Durch Substanz, gepaart mit Adel, Harmonie der Erscheinung, mit einer wohlproportionierten Linienführung sowie mit ihrem besonders ausdrucksvollen Kopf wirkt sie auf den Betrachter wie eine edle Statue. Sie ist der Apoll unter den Hunderassen.“

Rassestandard der FCI[21]

Der heutige Rassestandard beschreibt insgesamt fünf Farben in den drei Farbschlägen „Gelb und Gestromt“, „Gefleckt und Schwarz“ sowie „Blau“.

Gelbe Doggen sind solche von hellgoldgelb bis goldgelber Farbe mit schwarzer Maske. Gestromte Doggen haben die Grundfarbe der Gelben mit schwarzen, möglichst gleichmäßig und klar gezeichneten in Richtung der Rippen verlaufenden Streifen. Auch hier ist die Maske erwünscht. Im gelb-gestromten Farbschlag sind kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen unerwünscht.

Schwarze aus Schwarz-Gefleckt-Zucht sollen von lackschwarzer Farbe sein, wobei weiße Abzeichen zulässig sind. Spezielle Formen der Schwarzen dieses Farbschlags sind die „Manteltiger“, bei denen das Schwarz den Körper wie mit einem Mantel bedeckt und dabei Fang, Hals (ringsherum), Brust, Bauch, Läufe und Rutenspitze weiß sein können, und die „Plattenhunde“, bei denen große schwarze Platten auf dem sonst weißen Körper verteilt sind.

Gefleckte bzw. getigerte Doggen, sogenannte „Tigerdoggen“ (Harlekin- & Diamantdogge sind ebenfalls geläufige Begriffe), sind in ihrer Grundfarbe rein weiß – möglichst ohne Stichelung – mit über den ganzen Körper gut verteilten, ungleichförmigen, zerrissenen lackschwarzen Flecken; graue oder bräunliche Fleckenanteile sind nicht erwünscht. Ideal gezeichnete Tiere sind nicht leicht zu züchten, denn sie sind nicht reinerbig (sogenannte Amseldoggen) – nur ca. 10 % der Jungen sind „gut“ gefleckt, weisen also phänotypisch die gewünschte Verteilung von schwarzen Flecken auf weißer Grundfarbe auf.

Zu dem gefleckt-schwarzen Farbschlag gehören auch die „Grautiger“, die in diesem regelmäßig fallen; ihre Grundfarbe ist nicht weiß, sondern grau. Die Fellzeichnung der schwarz-weißen und schwarz-grauen Tigerdoggen rührt bei beiden vom Merle-Faktor her, der in heterozygoter Ausprägung eine Verdünnung der Grundfarbe zu grau hervorruft. Der Unterschied besteht nach derzeitigem Erkenntnisstand darin, dass die erstgenannten zusätzlich heterozygote Träger des Harlekin-Gens (siehe Fellfarben der Hunde, Leuzistische Farbgene) sind, das bei diesen wiederum eine Weißfärbung des grauen Farbanteils verursacht, aber die schwarzen Flecken unverändert lässt.[22] Obwohl Grau bei vielen anderen Hunderassen, insbesondere deutschen Jagdhunderassen, eine geschätzte Farbe ist, werden Grautiger in der Doggenzucht noch häufig verfemt. Sie gelten auch nach dem derzeitigen Standard der FCI in der Fassung vom 20. Dezember 2012 als „nicht erwünscht“, führen aber auch nicht zur Disqualifikation.[23] Zwischen den einzelnen Zuchtverbänden war bis Ende 2013 umstritten, ob Grautiger bei Hundeausstellungen mit höchsten Formwertnoten bewertet und somit auch zu Ausstellungssiegern gekürt werden dürfen; d. h. inwieweit die Farbe Grau innerhalb des schwarz-gefleckten Farbschlages als ein „Fehler“ anzusehen sei. Diese Frage kann aufgrund eines Zirkulars der FCI vom 23. Dezember 2013 als entschieden angesehen werden, in dem sich diese der Auffassung des standardführenden Zuchtverbands anschloss. Hiernach dürfen Grautiger auf Ausstellungen nicht die höchstmögliche Bewertung erhalten. Die Aufnahme der Grautiger in den Standard diene vorrangig der Erweiterung des Genpools.[24]

Umstritten ist ferner der Versuch einiger Züchter, den Grauanteil der Grautiger durch Einsatz des sogenannten Piebald-Gens (siehe Fellfarben der Hunde, Leuzistische Farbgene) zu senken. Bei Grautigern, die Träger des Piebald-Gens sind, kann infolge desselben an den Stellen, an denen in diesem Farbschlag sonst schwarze Platten erscheinen würden (Plattenhunde), keine Graufärbung auftreten. Diese Hunde erscheinen phänotypisch als weitgehend weiß mit wenigen schwarzen und grauen Farbstellen. Da homozygot vererbtes Piebald aber – wie auch homozygot vererbtes Merle – zu Taubheit führen kann, wird diese Herangehensweise kritisiert,[25] zumal hiermit die allgemeine Anerkennung dieser Hunde – als natürliche Varietät innerhalb des gefleckt-schwarzen Farbschlags – konterkariert wird.

Blaue Doggen sind von rein stahlblauer Farbe. Weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind zugelassen. In den blauen Farbschlag fallen ebenfalls schwarze Hunde, die aber im Gegensatz zu den Schwarzen aus dem gefleckten Farbschlag meist nur kleinere weiße Abzeichen an Brust und Pfoten haben. Obwohl bei der Zucht regelmäßig getrennt, werden die schwarzen Doggen aus Geflecktzucht und die des blauen Farbschlags auf Ausstellungen in eine gemeinsame Kategorie eingeteilt.

Die drei Farbschläge dürfen – des Standards wegen – in der Zucht keinesfalls untereinander gemischt werden. Ausnahmen sind die sogenannten Sanierungszuchten, bei denen blaue oder gelbe Doggen in den gefleckt-schwarzen Farbschlag eingekreuzt werden. Dadurch sind weitere sogenannte Fehlfarben (wieder-)entstanden wie die Porzellandogge, Blaumanteltiger, Gelbmanteltiger, Braungefleckte, Blaugefleckte und andere.

Fast weiße Doggen (auch als „Weißtiger“ bezeichnet) sind seit dem Verbot der Gefleckt-mal-gefleckt-Verpaarung selten geworden. Die gefleckten Hunde können, müssen aber nicht Träger des Merlefaktors sein, der intermediär vererbt wird. Nach den mendelschen Regeln haben Welpen aus der Verpaarung zweier merlefarbener Hunde eine 25%ige Chance, für den Merlefaktor reinerbig zu sein. Solche Welpen sind blind und teilweise auch taub. Da diese Fehlbildung bei den betroffenen Welpen mit erheblichem Leiden verbunden ist, ist eine Verpaarung zweier Träger des Merlefaktors als Qualzucht in Deutschland verboten.[26]

Quelle: WIKIPEDIA